Enuresis - Bettnässen weiterhin ein Tabuthema

Was versteht man unter Bettnässen?

Unter Enuresis nocturna (Bettnässen) versteht man das nächtliche Einnässen im Schlaf an mindestens 2 Nächten pro Monat. Das Kind sollte älter als 5 Jahre sein und es sollten keine Probleme tagsüber bestehen.

Die Dunkelziffer für dieses Beschwerdebild, das für einen Großteil der Bevölkerung immer noch ein Tabuthema ist, ist hoch. Man rechnet, dass fast 15% der Kinder bis zu 10 Jahren Bettnässer sind. In den meisten Fällen sind es nicht psychische, sondern hormonell bedingte Ursachen.

Dabei übersteigt bei den meisten Kindern die nächtliche Harnproduktion das Fassungsvermögen der Blase. Das in der Hypophyse produzierte Hormon (antidiuretisches Hormon) ADH wird abends ausgeschüttet und bewirkt an den Nieren, dass weniger Urin über die Nachtstunden produziert wird. Dieser Mechanismus entwickelt sich im Kindesalter.

Die Reifung der Kinder bewirkt, dass eine spontane Heilungsrate von ca. 15% pro Jahr besteht. Nach Abschluss der Pubertät sind 99 % aller betroffenen Kinder trocken. Trotzdem sollte und können ab dem 5 Lebensjahr die Ursachen kontrolliert werden und ggf. eine Behandlung erfolgen. Dies führt zu einer schnellen Beseitigung des Problems und somit zu einer Reduzierung der damit verbundenen Problematik bei den Kindern, aber auch bei den Eltern.

Wie kann man das Bettnässen feststellen?

Die Abklärung bei der Enuresis ist nicht schwierig, nicht invasiv, somit nicht belastend für die Kinder. Sie erlaubt die genaue Ursachenerforschung. Zur Abklärung gehören:

  • Ausführliches Anamnesegespräch
  • Körperliche Untersuchung des Kindes
  • Ultraschlluntersuchung der Nieren und der Blase nach Mikiton
  • Führen eines Miktionsprotokolles, dabei werden an 2 aufeinander folgenden Tagen die einzelnen Miktions- und Trinkmengen mit den jeweiligen Zeiten protokolliert.
  • Funktionelle Miktionskontrolle zum Ausschluss einer funktionellen Miktionsstörung (MITZIS)

Was kann man gegen Bettnässen tun?

Zur Therapie stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • Hormonersatztherapie
  • Hormonersatztherapie - gegebenfalls in Kombination mit Anticholinergikum
  • Klingelmatte als Alarmgerät, damit das Kind selbst lernt wach zu werden, wenn die Blase voll ist.
  • Alternativtherapie Laserakupunktur

Die Enuresis (Bettnässen) ist heute sehr gut erforscht und mit Hilfe des Kinderurologen kann nach genauer Diagnostik eine erfolgsversprechende Behandlung erfolgen. Damit kann den Kindern geholfen werden eine normale und altersentsprechende Aktivität zu entfalten und sich normal zu entwickeln.