Hypospadie

Die Hypospadie ist eine der häufigsten kongenitalen Anomalien, definiert durch eine fehlende Ausbildung des Harnröhrenschwellkörpers, des ventralen Vorhautanteiles und in schwereren Fällen durch eine Penisverkrümmung durch ventrales Bindegewebe (Chorda). Die Entstehung der Hypospadie ist auch heutzutage nicht hinreichend geklärt. Es scheinen jedoch Umwelteinflüsse, die während der Schwangerschaft zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen, die wahrscheinlichste Erklärung für die steigende Zunahme in den letzten drei Jahrzehnten zu sein.

Für eine erfolgreiche operative Korrektur der verschiedenen Hypospadieformen sind verschiedene Schritte notwendig:

  • Aufrichtung und Begradigung des Penis
  • Rekonstruktion der Harnröhre
  • Rekonstruktion des Meatus an der Glansspitze und Rekonstruktion der Glans durch eine Glansplastik
  • gegebenfalls eine Skrotalplastik und
  • Rekonstruktion der Penisschafthaut

Folgende technische Fortschritte sind für das verbesserte chirurgische Ergebnis verantwortlich:

  • der Erhalt der Urethralplatte
  • je nach Operationstechnik eine dorsale Inzision der Urethralplatte mit ventraler Harnröhrennaht (Snodgrass) oder eine direkte Mobilisierung der Harnröhre an die Glansspitze (MEMO)
  • Deckung der rekonstruierten Harnröhre mit gut durchblutetem, deepithelialisiertem Tunica dartos Gewebe und
  • gegebenfalls zweizeitige Operationstechniken