Harnröhrenrekonstruktion

Eine Harnröhrenrekonstruktion kann notwendig werden bei angeborenen Harnröhrenfehlbildungen (Hypospadie) oder bei erworbenen Harnröhrenerkrankungen (Harnröhrenstriktur, Harnröhrendivertikel).

Abhängig von der Grunderkrankung sind unterschiedliche operative Techniken notwendig.
Informationen zur Hypospadie und ihrer Korrekturmöglichkeit finden Sie hier.

Harnröhrenstrikturen treten häufig nach Verletzungen, Entzündungen, nach Operationen aber auch ohne erkennbare Ursache auf. Die Verengung kann im gesamten Verlauf der Harnröhre lokalisiert sein, auch die Länge der Verengung kann variieren. Es gibt kurze, ringförmige aber auch langstreckige, mehrere Zentimeter lange Verengungen.
Bei kurzstreckigen Strikturen kann eine Inzision unter Sicht (endoskopische Urethrotomie n. Sachse) einmalig durchgeführt werden. Diese Inzision hat jedoch ein Rezidivrisiko von 30-70%. Bei Harnröhrenstrikturrezidiven und bei längerstreckigen Strikturen ist eine operative Rekonstruktion notwendig. Dazu kann unter Verwendung von gefäßgestielten Vorhautlappen oder freien Wangenschleimhauttransplantaten ein ein- oder zweizeitiges Vorgehen notwendig werden.